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Krankenkasse 2027: So sparst du Prämien, ohne schlechter versichert zu sein

Jeden Herbst das gleiche Spiel: Die Prämien steigen. Ein Kassenwechsel lohnt sich oft — und wer zusätzlich Franchise, Versicherungsmodell und Unfalldeckung richtig einstellt, holt noch mehr heraus. Alles zusammen prüfst du in zehn Minuten.

8 Min Lesezeit  ·  Oktober 2026  ·  Marco

Die Krankenkasse ist für viele der grösste Fixkostenposten nach der Miete. Und trotzdem schauen die meisten ihre Police nur an, wenn der Prämienbrief kommt — ärgern sich kurz und lassen dann alles beim Alten.

Das muss nicht sein. Wer versteht, wie die Grundversicherung funktioniert, kann seine Prämie oft deutlich senken, ohne bei der Behandlung schlechter dazustehen. Hier ist, worauf es ankommt.

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Der Prämienrechner des Bundes zeigt alle Krankenkassen, Modelle und Franchisen für deine Region — ohne Werbung und ohne Vermittler, der an deinem Abschluss verdient. Hier siehst du in zwei Minuten, wie viel du mit einem Wechsel sparst.

Zum Prämienrechner ↗ Prämienrechner des Bundesamts für Gesundheit (BAG)

1. Die Grundversicherung ist überall gleich

Das ist der wichtigste Satz dieses Artikels: Die Leistungen der Grundversicherung sind gesetzlich festgelegt — bei jeder Krankenkasse identisch. Ob CSS, Helsana, Sanitas oder eine kleine Regionalkasse: Der Arztbesuch, das Spital, die Medikamente auf der Liste werden überall gleich bezahlt.

Unterschiedlich sind nur zwei Dinge: der Preis und der Service. Bei identischer Leistung zahlst du also bei der teureren Kasse schlicht mehr für dasselbe.

Anders bei den Zusatzversicherungen (z. B. Spital halbprivat, Zahnversicherung, Alternativmedizin). Die sind freiwillig, unterscheiden sich stark — und die Kasse darf dich dort ablehnen. Dazu weiter unten mehr.

Die Faustregel

Grundversicherung: nach Preis wählen. Zusatzversicherung: nach Bedarf wählen — und nie zuerst kündigen.

2. Die Franchise: der grösste Hebel

Die Franchise ist der Betrag, den du pro Jahr selbst zahlst, bevor die Kasse einspringt. Für Erwachsene gibt es sechs Stufen: 300, 500, 1'000, 1'500, 2'000 und 2'500 Franken. Je höher die Franchise, desto tiefer die Prämie.

Nach der Franchise zahlst du zusätzlich 10 Prozent Selbstbehalt, aber höchstens 700 Franken pro Jahr. Dein maximales Risiko pro Jahr sieht also so aus:

Franchise + max. Selbstbehalt = max. Eigenkosten pro Jahr 300 700 1'000 2'500 700 3'200
Bei Franchise 2'500 trägst du also im schlimmsten Fall 2'200 Franken mehr selbst als bei Franchise 300. Dafür zahlst du jeden Monat weniger Prämie — egal, ob du krank wirst oder nicht.

Die Rechnung geht in der Praxis meist so aus:
  • Selten beim Arzt, keine regelmässigen Medikamente: Franchise 2'500 ist fast immer günstiger.
  • Chronische Erkrankung, regelmässige Therapien oder absehbar hohe Kosten: Franchise 300 ist meist besser.
  • Die Stufen dazwischen lohnen sich nur selten. In den meisten Fällen ist entweder 300 oder 2'500 die günstigste Wahl.

Ob es sich für dich rechnet, siehst du in zwei Minuten: Im offiziellen Prämienrechner des Bundes (priminfo.admin.ch) die Prämie mit Franchise 300 und mit 2'500 vergleichen, Differenz mal zwölf — und mit deinen Gesundheitskosten der letzten Jahre vergleichen.

Eine hohe Franchise ist eine Wette auf deine Gesundheit. Sie ist nur dann klug, wenn du den schlimmsten Fall bezahlen kannst, ohne in Schwierigkeiten zu kommen.

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Franchise-Rechner: 300 oder 2'500?

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3. Hohe Franchise nur mit Notgroschen

Genau hier scheitert die Theorie oft an der Praxis. Wer Franchise 2'500 wählt, muss im schlechtesten Jahr bis zu 3'200 Franken aus eigener Tasche zahlen — und zwar dann, wenn es einem ohnehin nicht gut geht.

Deshalb gilt: Erst der Notgroschen, dann die hohe Franchise. Wenn du drei Monatsausgaben auf der Seite hast, ist das Risiko gedeckt. Wenn nicht, ist eine tiefere Franchise die ehrlichere Wahl, bis das Polster steht. Wie du den Notgroschen aufbaust, steht hier: Erster Lohn: Was du in den ersten 3 Monaten einrichten solltest.

Ein Trick, der gut funktioniert: Die monatliche Prämienersparnis gleich per Dauerauftrag auf das Notgroschen-Konto überweisen. So baust du genau das Polster auf, das die hohe Franchise absichert.

4. Das Versicherungsmodell: Rabatt für einen ersten Anruf

Neben dem Standardmodell mit freier Arztwahl bieten fast alle Kassen alternative Modelle an. Die Leistungen bleiben gleich, du verpflichtest dich nur, im Krankheitsfall zuerst eine bestimmte Stelle zu kontaktieren:
  • Hausarztmodell: Zuerst immer zu deiner Hausarztärztin, sie überweist bei Bedarf weiter.
  • Telmed: Zuerst eine medizinische Hotline anrufen, die dich berät oder weiterleitet.
  • HMO: Zuerst in ein bestimmtes Gesundheitszentrum.

Diese Modelle sind je nach Kasse und Region oft 10 bis 25 Prozent günstiger. Notfälle sind immer ausgenommen, ebenso meist Gynäkologie und Augenarzt. Der Haken: Wer sich nicht an die Regeln hält, riskiert, dass die Kasse eine Rechnung nicht übernimmt. Für die meisten Gesunden ist Telmed oder Hausarzt aber ein leicht verdienter Rabatt.

5. Unfalldeckung: oft doppelt bezahlt

Wer mindestens acht Stunden pro Woche bei einem Arbeitgeber angestellt ist, ist über diesen auch für Freizeitunfälle versichert (Nichtberufsunfall, NBU — steht auf der Lohnabrechnung). In diesem Fall kannst du die Unfalldeckung bei der Krankenkasse ausschliessen und sparst jeden Monat ein paar Prozent Prämie.

Viele zahlen sie trotzdem jahrelang doppelt, weil sie beim Abschluss einfach angekreuzt wurde.

Achtung bei Stellenwechsel

Die NBU deckt dich nach dem letzten Arbeitstag noch 31 Tage. Wer danach keine neue Stelle hat, selbstständig wird oder weniger als acht Stunden arbeitet, muss die Unfalldeckung bei der Krankenkasse wieder einschliessen.

6. Wechseln: So klappt es reibungslos

Wenn du die Grundversicherung wechseln willst, gilt:
  1. Kündigungsfrist 30. November: Die Kündigung muss bis dahin bei deiner Kasse eingetroffen sein, nicht nur abgeschickt. Also früh und per Einschreiben.
  2. Zuerst die neue Kasse: Die neue Kasse muss dich in der Grundversicherung aufnehmen, ohne Gesundheitsfragen. Lass dir die Aufnahme bestätigen, bevor oder während du kündigst. Praktisch: Die meisten neuen Kassen bereiten beim Wechsel die Kündigung für deine alte Kasse gleich mit vor — oft musst du sie nur noch unterschreiben und abschicken.
  3. Zusatzversicherungen nie vorschnell kündigen: Hier darf eine neue Kasse dich ablehnen oder Vorbehalte machen. Du kannst die Zusatzversicherung problemlos bei der alten Kasse behalten und nur die Grundversicherung wechseln.
  4. Franchise und Modell lassen sich auch ohne Kassenwechsel auf Anfang Jahr ändern. Die Frist dazu ist je nach Kasse und Richtung unterschiedlich — am besten jetzt anfragen.

Für den Vergleich brauchst du kein Portal, das an deinem Abschluss verdient: Der offizielle Prämienrechner des Bundes auf priminfo.admin.ch zeigt alle Kassen, Modelle und Franchisen für deine Region — unabhängig und kostenlos. Und prüfe bei deinem Kanton, ob du Anspruch auf Prämienverbilligung hast — viele, die berechtigt wären, stellen nie einen Antrag.
Frist: 30. November

Erinnerung vor Ablauf der Kündigungsfrist

Trag dich ein und du bekommst rechtzeitig vor dem 30. November eine Mail mit der 10-Minuten-Checkliste: Franchise, Modell, Unfalldeckung, Kündigung.

Danke! Du bekommst die Erinnerung rechtzeitig vor dem 30. November.

Nur diese eine Erinnerung zur Krankenkasse. Kein Spam, deine Adresse bleibt bei mir.

Die Kurzfassung

  1. Grundversicherung ist überall gleich — nach Preis wählen.
  2. Franchise: meist 300 oder 2'500. Die hohe nur mit Notgroschen.
  3. Telmed oder Hausarztmodell spart oft 10 bis 25 Prozent.
  4. Unfalldeckung ausschliessen, wenn der Arbeitgeber die NBU zahlt.
  5. Wechsel bis 30. November, Zusatzversicherungen nie zuerst kündigen.

Zehn Minuten mit dem Prämienrechner auf priminfo.admin.ch lohnen sich jedes Jahr. Wer diese fünf Punkte einmal sauber einstellt, zahlt oft mehrere hundert Franken weniger — für genau dieselbe Grundversicherung.
Der nächste Schritt

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